Weinjahr 2017 - Klein aber fein!

Bereits am 6. Oktober konnten wir nach genau einem Monat die diesjährige Traubenlese abschließen. Einen so frühen Herbst hat selbst unser Opa in fast 85 Ernten noch nicht erlebt!
Durch das warme Wetter und die vielen Niederschläge im September reiften unsere Trauben sozusagen im Turbo-Modus.

Vorausgegangen war bereits ein extrem früher Austrieb Anfang April, der uns in einer fatalen  Frostnacht vom 19. auf den 20. April zum Verhängnis wurde. Die Temperatur fielen auf bis zu -8 °C und in der Folge sind ein Großteil der zu diesem Zeitpunkt noch ganz jungen Triebe erfroren. Für uns schon nahezu ein Wunder, dass bei diesen extrem kalten Temperaturen überhaupt noch einige der Triebe überlebt haben, denn normal führen zu diesem frühen Stadium bereits Temperaturen knapp unterhalb des Gefrierpunkts zu Schäden. Auch in anderen Jahren ist es zu dieser Zeit schon zu Frostschäden gekommen, allerdings beschränkten sich diese in den letzten Jahrzehnten immer auf klassische Gefahrenbereiche wie Senken oder Hangfusslagen, in denen sich die kalte Luft staute. Doch der regelrechte Wintereinbruch mit den genannten Temperaturen führte flächendeckend und selbst in unseren wärmsten und besten Lagen zu enormen Schäden. Für uns ein Desaster. Auch Versuche, die von vielen Kollegen im Ausland oder anderen Anbaugebieten unternommen wurden, durch Feuer oder Luftverwirbelungen die Schäden zu reduzieren, wären in Anbetracht des Gefahrenbereichs unserer kompletten Rebfläche schlicht nicht zu bewältigen und wohl nur ein Tropfen auf den heißen Stein gewesen.

Auch wenn die meisten Weinberge in den folgenden warmen Wochen durch den Austrieb sogenannter Beiaugen wieder sichtlich ergrünten, so hatten diese in den meisten Fällen keinen Fruchtansatz.
Zwei Hagelschauer im Juli und Ende August ließen die sowieso schon enorm geschrumpfte Traubenanzahl weiter sinken, so dass wir letztendlich nur rund die Hälfte eines normalen Jahres ernten konnten. Vor allem ein Starkregenereignis vom 25. August, das vor allem im südlichen Rheinhessen zum Teil nahezu die komplette Ernte einiger Kollegen vernichtete, richtete mit nur wenigen Hagelkörnern bei uns nur geringe Schäden an. Auch hier hatten wir also wieder Glück im Unglück.

Trotz allem waren wir mit der Qualität der verbliebenen Trauben letztendlich enorm zufrieden, denn der goldene Spätsommer im September in Kombination mit der verringerten Menge führte zu perfekt ausgereiften und hoch aromatischen Trauben. In vielen Weinbergen konnten wir aber nur durch unsere sehr aufwändige Selektion schlechter Trauben von Hand vor der Hauptlese perfekte Trauben einfahren. Andere Weinberge schienen vom vielen Regen in den vorangegangenen Wochen erstaunlicherweise gänzlich unbeeindruckt 
Freuen Sie sich also mit uns auf einen kleinen aber mit Sicherheit wieder exzellenten Jahrgang 2017!

Links ein noch intakter und rechts
ein erfrorener Chardonnay Trieb
Nahezu Totalschaden an einem Weissburgunder Rebstock
Ein bereits vom Frost geschädigter Grauburgunder Weinberg,
direkt nach Hagel im Juli,
auf dem Boden sieht man noch die durch die Hagelkörner
abgeschlagenen Blätter und Traubenansätze
perfekt ausgereifte und kerngesunde Weissburgunder Trauben
kurz vor der Ernte Ende September
Kerngesunde Grauburgunder Trauben
in einem vom Frost weniger geschädigten
Weinberg
Hochreifer Riesling am letzten Lesetag